Johann Reisinger
Geboren am 8. Februar 1897 in Oberschleißheim.
Reisinger war von Beruf Maschinenschlosser und 1935 wegen angeblicher Unterstützung für die „Rote Hilfe“ sowie der Verbreitung von kommunistischen Schriften angeklagt worden. Trotz eines Freispruchs mangels Beweise wurde Reisinger anschließend bis 1938 im KZ Dachau inhaftiert. Nach seiner Freilassung schloss er sich der Ende 1939 von Hans Hartwimmer gemeinsam mit Wilhelm Olschewski aufgebauten kommunistischen Widerstandsgruppe in München an.
Die Gruppe verbreitete verbotene Schriften und entwickelte Pläne für Widerstands- und Sabotageakte. Sie gehörte zudem einer überregionalen Gruppe unter Josef „Beppo“ Römer und Robert Uhrig an. Im Februar 1942 gelang es der Gestapo das reichsweite Widerstandsnetzwerk aufzudecken. Reisinger wurde am 18. April 1944 durch den Volksgerichtshof wegen „Hochverrat“ zum Tode verurteilt und am 31. Oktober 1944 hingerichtet.
Seine sterblichen Überreste wurden 1954 von der Grabstätte 93 im Friedhof am Perlacher Forst in das Grab 66 des Ehrenhains II umgebettet.
Mit Hans Hartwimmer ist ein weiteres Mitglied der Hartwimmer-Olschewski-Gruppe im Ehrenhain II bestattet.
Quelle
- 7(6) J 115/43 – 2H 16/44 Widerstand als „Hochverrat“ 1933-1945, MF. 483 f.
- Stuiber, Irene, Hingerichtet in München Stadelheim, München 2004, S. 38ff
- StBG, Bestand BSV, Nr. 82
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