Stiftung Bayerische Gedenkstätten erinnert an Dietrich Bonhoeffer

MÜNCHEN/FLOSSENBÜRG, 03. Februar 2026 – Zum 120. Geburtstag des evangelischen Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer erinnert die Stiftung Bayerische Gedenkstätten an das Leben und das bleibende Vermächtnis eines Mannes, der weltweit als Symbol für Zivilcourage und christlich begründeten Widerstand gilt.

Für Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, ist die Botschaft Bonhoeffers von Nächstenliebe und Verantwortung hochaktuell: „Dietrich Bonhoeffer hat uns gezeigt, dass es Momente gibt, in denen Schweigen zur Komplizenschaft wird. Sein mutiges Eintreten für Menschlichkeit und Gerechtigkeit, seine Zivilcourage bleiben für uns Auftrag – gerade vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Tendenzen."

Szenische Lesung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg: Eine fiktive Wiederbegegnung

Am Mittwoch, 4. Februar 2026 um 19:00 Uhr, lädt die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg zu einer besonderen szenischen Lesung des Theaterstücks „Später Besuch. Dietrich Bonhoeffer redivivus“ von Bernhard Setzwein ein. Das Stück greift die dramatischen letzten Tage Bonhoeffers auf und inszeniert eine fiktive nächtliche Begegnung zwischen dem toten Bonhoeffer und Josef Müller („Ochsensepp"), der später zu den Mitbegründern der CSU gehörte. Ebenso werden die Themen Leben, Glauben und Denken Bonhoeffers in den Blick genommen. Das Stück stellt die Frage nach der Verantwortung des Einzelnen in Krisenzeiten und schlägt dabei Brücken in unsere Gegenwart.

Szenische Lesung: „Später Besuch. Dietrich Bonhoeffer redivivus“

  • Mitwirkende: Es lesen Bernhard Setzwein und Stefan Voit.
  • Termin: 4. Februar 2026, 19:00 Uhr
  • Ort: Veranstaltungssaal im Bildungszentrum der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
  • Eintritt: Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

 

Zur Person Dietrich Bonhoeffer

Dietrich Bonhoeffer wurde 1906 in Breslau geboren. 1927 schloss er sein Studium der Evangelischen Theologie mit der Promotion ab. Ein Vikariat in Barcelona, ein Studienjahr in New York sowie seine Tätigkeit als Privatdozent und Studentenpfarrer in Berlin prägten sein theologisches Denken. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zeigte er sich als entschiedener Gegner des Regimes. Er engagierte sich in der von ihm mitbegründeten „Bekennenden Kirche“ und gehörte zum Umfeld derjenigen, die den Anschlag auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 vorbereiteten.

Im April 1943 wurde Bonhoeffer verhaftet. Am 9. April 1945 wurde er nach einem Scheinprozess im Konzentrationslager Flossenbürg erhängt.

 

Flossenbürg als Ort des Gedenkens

Mit dem Gedenken an den von den Nationalsozialisten ermordeten Pastor ist die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg einer der wesentlichen evangelischen Erinnerungsorte in Deutschland – mit einem besonderen Fokus auf der Jugendarbeit. Die Gedenkstätte erinnert vor Ort und auf ihren Internetseiten an Bonhoeffer und sein Wirken.

Weitere Informationen zu Leben, Wirkung und Theologie Bonhoeffers wurden von der KZ-Gedenkstätte in Zusammenarbeit mit der „Initiative Bonhoeffer“ unter www.bonhoeffer-initiative.com zusammengestellt.