Nachruf auf Hubertus von Pilgrim
Mit seinem Tod verliert die Erinnerungskultur einen bedeutenden Künstler, der sich in seinem Schaffen intensiv mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinandersetzte. Von Pilgrims Werk zeichnete sich durch eine eindringliche künstlerische Sprache aus, die den Opfern nationalsozialistischer Gewalt ein würdiges Gedenken bewahrt.
Besonders seine Skulpturenserie aus 22 identischen Denkmälern zu den Todesmärschen am Ende des Zweiten Weltkriegs hat nachhaltige Spuren in der Gedenkstättenlandschaft hinterlassen. Eine dieser eindrucksvollen Skulpturen ist seit vielen Jahren fester Bestandteil der Dauerausstellung in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Hier konfrontiert sie die Besucherinnen und Besucher mit dem unfassbaren Leid der KZ-Häftlinge auf den Todesmärschen und mahnt zur Erinnerung.
Die Realisierung dieses einzigartigen Wegstreckendenkmals verdankt sich unter anderen der Initiative von Dr. Ekkehard Knobloch, dem ehemaligen Bürgermeister von Gauting. Er setzte sich Ende der 1980er Jahre mit großem persönlichem Engagement für die Errichtung der Mahnmale im Würmtal ein.
Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten dankt Hubertus von Pilgrim für sein künstlerisches Engagement und seinen wichtigen Beitrag zur Bewahrung der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Sein Werk wird auch künftig in unseren Gedenkstätten weiterwirken.
Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

Jährlich finden Gedenkveranstaltungen an den Todesmarschdenkmalen statt. Im Bild: Gedenken im April 2023 am Mahnmal in Dachau, der Überlebendende Abba Naor spricht zu den Anwesenden Foto: Guido Hassel
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