Nachlese: 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau

Am Sonntag, den 3. Mai 2026, wurde in der KZ-Gedenkstätte Dachau der 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau begangen. Mit einem ökumenischen und interreligiösen Gedenken, einer zentralen Gedenkfeier sowie einem Tag der Begegnung erinnerten Überlebende, Angehörige, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Zivilgesellschaft und Kirchen an die Opfer des Nationalsozialismus und an die Befreiung des Lagers durch US-amerikanische Truppen am 29. April 1945.

Interreligiöses Gedenken am Vormittag

Der Gedenktag begann am Vormittag mit verschiedenen religiösen Gedenkfeiern auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte. In Gebeten, Fürbitten und Gedenkansprachen wurden der Ermordeten und Verfolgten gedacht. Die religiösen Feiern setzten den Rahmen für den weiteren Gedenktag und unterstrichen die internationale und interkonfessionelle Dimension des Erinnerns.

Gedenken am ehemaligen Krematorium

Um 10.45 Uhr fand ein stilles Gedenken am ehemaligen Krematorium statt. An diesem Ort, der in besonderer Weise für die Verbrechen des NS-Terrors steht, versammelten sich die Teilnehmenden. Jean Lafaurie, Überlebender, richtete seine Gedenkworte an die Gäste, zuvor hatte Florian Hartmann, Oberbürgermeister der Stadt Dachau, seine Gedenkworte gesprochen.

Gemeinsam zog man im Anschluss über die ehemalige Lagerstraße zum ehemaligen Appellplatz.  

Zentrale Gedenkfeier auf dem ehemaligen Appellplatz

Den Mittelpunkt des Tages bildete ab 11.30 Uhr die zentrale Gedenkfeier auf dem ehemaligen Appellplatz. Hier, wo während der Lagerzeit tausende Häftlinge täglich zu Appellen antreten mussten, wurde der Ort bewusst als Bühne des Erinnerns und der Mahnung gewählt.

In Ansprachen wurde an das Leiden der Häftlinge, an den historischen Moment der Befreiung und an die Verantwortung der heutigen Generationen erinnert. Im Mittelpunkt standen dabei die Würde und die Stimmen der Überlebenden sowie die Verpflichtung, Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit in der Gegenwart entschieden entgegenzutreten.

Stiftungsdirektor Freller betonte in seinem Grußwort: "Erinnern allein reicht nicht mehr. Wir müssen aktiv verhindernVerhindern, dass braunes Denken und Wählen in unserem Land weiter zunehmen; Verhindern, dass die Demokratie sich selbst abschafft; Verhindern, dass Deutschland wieder in eine Katastrophe schlittert." Dr. Christoph Thonfeld, stellvertretende Leiter der KZ-Gedenkstätte hatte die rund 450 Gäste begrüßt. Dominique Boueilh (Präsident des CID), Dr. Robin Mishra (Abteilungsleiter "Geschichte und Erinnerung" beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien) sowie der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Alexander Hold, richteten Grußworte an die Anwesenden. Berührend waren die Gedenkbotschaften der Überlebenden Lynne Farbman, Überlebende des KZ Dachau geboren im Außenlager Mühldorf, sowie George Legmann, Überlebender des KZ Dachau, geboren im Außenlager Kaufering. 

Die zentrale Gedenkfeier wurde simultan in Deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzt.

Kranzniederlegung am Internationalen Mahnmal

Im Anschluss an die Gedenkfeier auf dem Appellplatz erfolgte eine Kranzniederlegung am Internationalen Mahnmal. Vertreterinnen und Vertreter von Überlebendenorganisationen, internationalen Delegationen sowie staatlichen und kommunalen Institutionen erwiesen den Opfern die Ehre.

Tag der Begegnung im Max Mannheimer Haus

Den Abschluss des offiziellen Programms bildete ein Tag der Begegnung im Max Mannheimer Haus in Dachau. Hier bot sich Raum für Gespräche, Austausch und persönliche Begegnungen – insbesondere zwischen Überlebenden, deren Angehörigen, jungen Menschen und Engagierten aus Initiativen der Erinnerungsarbeit.

Bildergalerie

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Mann mit Anzug steht am Rednerpult und spricht in das Mikrofon. Dahinter weht eine weiß blaue Fahne mit Davidstern in der Mitte.   Alter Mann mit weißen Bart steht an einem Rednerpult. Daneben steht eine junge Frau mit braunen Haaren.     

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Gedenken am Internationalen Mahnmal © Marion Vogel / KZ-Gedenkstätte Dachau