Feierliche Einweihung von Erinnerungstafeln am Ehrenhain II am Friedhof am Perlacher Forst – Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus aus dem Gefängnis München‑Stadelheim

MÜNCHEN, 21. April 2026 — Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten lädt gemeinsam mit Nachkommen der NS‑Opfer von Stadelheim, dem Gesundheitsreferat der Landeshauptstadt München und der JVA München herzlich zu einer öffentlichen Veranstaltung ein: Am Dienstag, den 28. April um 10:00 Uhr werden neue Gedenkstelen am Ehrenhain II auf dem Friedhof am Perlacher Forst feierlich eingeweiht. Medienvertreterinnen und -vertreter werden um Akkreditierung gebeten.

Die neuen Tafeln informieren künftig auf Deutsch und Englisch über die Opfer des nationalsozialistischen Terrors, die im Gefängnis München‑Stadelheim ermordet wurden und am Ehrenhain II bestattet sind. Über QR‑Codes gelangen Interessierte zu weiterführenden Informationen.

Zwischen 1933 und 1945 war das Gefängnis München‑Stadelheim Teil des nationalsozialistischen Unterdrückungs‑ und Verfolgungsapparats. Mindestens 1.188 Menschen wurden dort nachweislich hingerichtet. Ihre Leichen wurden ab 1939 - mit nur wenigen Ausnahmen - nicht mehr den Angehörigen übergeben, sondern in München an die anatomischen Institute der Universitäten überstellt, im Krematorium des Ostfriedhofs anonym eingeäschert oder in namenlosen Gräbern auf dem Friedhof am Perlacher Forst verscharrt. Viele der Hingerichteten waren politische Gegnerinnen und Gegner des Unrechtsregimes.

Etwa die Hälfte dieser Justizopfer stammte aus insgesamt 19 europäischen Staaten, darunter zahlreiche Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Der Großteil der 93 heute am Ehrenhain II bestatteten und identifizierten Männer stammt aus der Tschechoslowakei, aber auch aus Polen, Österreich und dem Deutschen Reich. Aus diesem Grund werden bei der Veranstaltung zahlreiche Angehörige aus Tschechien erwartet. Als Sprecherin ist Helena Novotná geladen; sie ist Urenkelin des tschechischen Widerstandskämpfers Karel Hladeček. Reden wird auch Heidi Delbeck, Tochter des Widerstandskämpfers Karl Delbeck, der die Haft überlebte.

Programmhinweise, Sprecherliste und Anfahrtskizze finden Sie hier. Neben den Nachfahren sind Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft als Gäste eingeladen. Die Teilnahme am Gedenken ist darüber hinaus allen Interessierten offen. Simultanübersetzungen ins Englische, Tschechische und Deutsche werden angeboten.

Presseakkreditierung: Medienvertreterinnen und -vertreter melden sich bitte bis spätestens Freitag, den 24. April, 17 Uhr per EMail an cHJlc3NlQHN0YmcuYmF5ZXJuLmRl an. Für eventuelle Rückfragen steht ebenfalls diese Adresse zur Verfügung.

Fotomaterial wird im Anschluss an die Veranstaltung auf einer Internetseite zur kostenfreien Nutzung bereitgestellt.

Online-Informationen zu den Opfern: Begleitend zur Einweihung wird die neue Webseite der Stiftung Bayerische Gedenkstätten freigeschaltet, die erstmals umfassende biografische Informationen zu den am Ehrenhain II bestatteten Opfern bietet und künftig kontinuierlich erweitert werden soll. Das Archiv der Stiftung Bayerische Gedenkstätten nimmt hierfür gern historisches Bildmaterial und Informationen zu Opferbiografien entgegen.