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Zur Heiligsprechung von Titus Brandsma: Stiftungsdirektor Karl Freller: „Der im KZ Dachau ermordete Priester Brandsma war ein Vorbild an Mut, Glaubensstärke und der Fähigkeit zur Vergebung. Durch seine Heiligsprechung strahlt sein Licht umso heller in die Dunkelheit dieser Tage.“

MÜNCHEN / DACHAU / ROM, 12. Mai 2022 – Papst Franziskus spricht den niederländischen Karmeliten Titus Brandsma am Sonntag, den 15. Mai 2022, heilig. Brandsma war Publizist und ein entschiedener Gegner der Nationalsozialisten. Am 26. Juli 1942 wurde er im KZ Dachau mit einer Giftspritze ermordet. Im März 2022 beschloss die katholische Kardinalsversammlung seine Heiligsprechung. Brandsmas liturgischer Gedenktag ist der 27. Juli.

Der 1881 im niederländischen Friesland geborene Brandsma war Philosoph sowie römisch-katholischer Theologe und Ordensbruder bei den Karmelitern. Als Publizist und Ratgeber war er in mehr als 30 katholischen Zeitungen in den Niederlanden engagiert und kritisierte früh und offen den in Deutschland herrschenden Nationalsozialismus. Er kämpfte gegen die Verbreitung der nationalsozialistischen Ideologie und setzte sich für die Pressefreiheit ein. Besonderen Mut bewies er, als er die Anweisung der niederländischen Bischöfe, keine NS-Propaganda in den katholischen Zeitungen abzudrucken, persönlich den Redakteuren überbrachte. Als Folge wurde er im Januar 1942 als „rotgesinnter politischer Häftling“ in verschiedene Gefängnisse eingewiesen. Sein Leidensweg endete 1942 im Konzentrationslager Dachau, wo er am 26. Juli mit einer Giftspritze ermordet wurde. Mit seiner ruhigen, freundlichen und gelassenen Art provozierte Pater Titus seine Bewacher und musste in Folge große Brutalität erleiden. Seinen Glauben verlor er bis zuletzt nie, betete für seine Peiniger und war seinen Mithäftlingen immer eine Stütze.

 Brandsma und andere Geistliche im KZ Dachau

Insgesamt 2.796 Geistliche litten im KZ Dachau. Darunter waren 2.652 katholische Geistliche; von ihnen starben etwa 1.800. Die Katholische Kirche hat bisher 57 von ihnen wegen ihres besonderen Lebens- und Glaubenszeugnisses zu Seligen erklärt. Um die Erinnerung an sie im Bewusstsein zu halten und mit ihrem Vorbild die Gläubigen zu ermutigen, wurde der 12. Juni im Diözesankalender vom Erzbistum München Freising als Gedenktag für „die seligen Märtyrer von Dachau“ aufgenommen.

Im Jahr 1985 bereits sprach Papst Johannes Paul II. Titus Brandsma als „Märtyrer für den Glauben“ selig. Damit war er der erste seliggesprochene Märtyrer des Konzentrationslagers Dachau. Sechsunddreißig Jahre später, am 25. November 2021, hat Papst Franziskus ein Wunder anerkannt, das der Fürsprache Brandsmas zugeschrieben wird; eine Voraussetzung für die Heiligsprechung, die nun am 15. Mai 2022 erfolgt.

Die Darstellung von Geistlichen in der KZ-Gedenkstätte

Im Zuge der geplanten umfassenden Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Dachau wird auch das Thema der sogenannten „Priesterbaracken“ weiter erforscht. Die Ergebnisse sollen in die dann neue Dauerausstellung integriert werden. In diesem Rahmen wird die Geschichte des KZ Dachau als Sammellager für Geistliche als gesondertes Thema in den Fokus genommen.

Gedenkgottesdienst in Dachau

Am Gedenktag für „die Seligen Märtyrer von Dachau“, am 12. Juni, findet ein öffentlicher Gedenkgottesdienst um 9:00 Uhr in der Todesangst-Christi-Kapelle auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte in Dachau statt.