Zum 98. Geburtstag von Holocaust-Überlebendem Abba Naor
Abba Naor, Überlebender der Schoa, berichtet seit Jahrzehnten unermüdlich vor Schulklassen, Jugendlichen und Erwachsenen über seine Verfolgungsgeschichte. Damit schafft er einen direkten, persönlichen Zugang zur Geschichte, der weit über das hinausgeht, was Bücher und Filme vermitteln können. Seine eindrücklichen Erzählungen tragen entscheidend dazu bei, Erinnerung lebendig zu halten, Empathie zu fördern und für die Bedeutung von Demokratie und Menschenrechten zu sensibilisieren. Die Organisation seiner Termine, die Vor- und Nachbereitung sowie die Begleitung vor Ort liegen bei der pädagogischen Abteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau. Viele der Termine mit Schülerinnen und Schülern finden in Räumlichkeiten der KZ-Gedenkstätte oder der Stadt Dachau statt.
Direktor Karl Freller gratuliert im Namen der Stiftung: „Wir sind Abba Naor zu tiefem Dank verpflichtet – für seine Klarheit, seine Menschlichkeit und für seine beharrliche Botschaft, dass Ausgrenzung, Hass und Antisemitismus niemals wieder Platz in unserer Gesellschaft haben dürfen. Abba Naor hat über Jahrzehnte hinweg junge Menschen berührt, zum Nachdenken gebracht und sie ermutigt, Haltung zu zeigen. Sein Mut, immer wieder seine schmerzhaften Erinnerungen zu teilen, ist ein unschätzbares Geschenk an unsere Gesellschaft. Die Stiftung dankt Abba Naor ausdrücklich für seine langjährige Verbundenheit und sein Vertrauen in die gemeinsame Bildungs- und Erinnerungsarbeit. Sein Wirken prägt die pädagogische Arbeit der Stiftung nachhaltig.“
Zum 98. Geburtstag spricht die Stiftung Abba Naor ihren tief empfundenen Dank, Respekt und ihre besten Wünsche aus. Sein Engagement ist ein Auftrag, die Erinnerung weiterzutragen – auch in einer Zeit, in der persönliche Begegnungen mit Überlebenden immer seltener werden.
Zur Person Abba Naor
Abba Naor, 1928 als Abba Nauchowicz in Kovno (Litauen) geboren, kommt mit 13 Jahren in das Ghetto im litauischen Kaunas. Dort wird sein älterer Bruder erschossen. Die Familie wird in das KZ Stutthof deportiert und getrennt. Seine Mutter und sein jüngerer Bruder werden in Auschwitz ermordet. Naor meldet sich freiwillig für Kaufering I, das berüchtigte Außenlager des KZ Dachau, weil er dort seinen Vater vermutet. Am 2. Mai 1945 wird er mit 17 Jahren auf dem Todesmarsch in Waakirchen bei Bad Tölz von Einheiten der US-Armee befreit. Er findet seinen Vater wieder und wandert schließlich nach Israel aus. Abba Naor engagiert sich seit über 30 Jahren in Bayern als Zeitzeuge für das Gedenken an den Holocaust und eine Kultur der Versöhnung; nicht zuletzt seit 2017 als Vizepräsident des Comité International de Dachau (CID) und als Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung Bayerische Gedenkstätten.
Der 98-Jährige lebt heute in Israel und besucht weiterhin regelmäßig für Zeitzeugengespräche Bayern.
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