x
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

9/2021: Nachruf der Stiftung Bayerische Gedenkstätten zum Tod von Mordechai Ansbacher (1927-2021)

03.03.2021 München - Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten trauert um den Holocaust-Überlebenden und Historiker, der am 27. Februar im Alter von 94 Jahren in Jerusalem verstorben ist.

Stiftungsdirektor Karl Freller: „In Trauer nehmen wir von einer großen Persönlichkeit Abschied. Mordechai Ansbacher war eine wichtige Stimme gegen das Vergessen. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. In Gedanken sind wir bei seiner Familie und seinen Angehörigen.“

Mordechai (Max) Ansbacher wurde am 11. Januar 1927 geboren. Er wuchs in Würzburg auf, wo er auch die jüdische Volkshochschule besuchte. Im Alter von 15 Jahren wurde er aus Würzburg nach Theresienstadt verschleppt. Anschließend erfolgte dessen Überführung in das KZ Auschwitz. Nach eineinhalb Wochen wurde er in das KZ Dachau überstellt. Er gelangte in das Dachauer Außenlager Kaufering IV im Landkreis Landsberg am Lech. Die Befreiung des Konzentrationslagers 1945 war ein Ereignis, welches Mordechai Ansbacher miterlebte. Als der Krieg beendet war, emigrierte Ansbacher nach Israel. Dort studierte er die Fächer Geschichte und Religion.

Er arbeitete viele Jahre in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jersualem. Später übernahm er hier die Leitung der Museumsabteilung. 1961 trat Mordechai Ansbacher als Hauptzeuge im Eichmann-Prozess aus. Zu Beginn der 80er Jahre lehrte er als Dozent an der Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg. Ansbacher wurde 2007 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Er erhielt die Auszeichnung für seinen Einsatz zur Aussöhnung und Verständigung zwischen Israel und Deutschland. Die Beisetzung Ansbachers fand am vergangenen Montag in Jerusalem statt.

An die Erlebnisse Ansbachers erinnert unter anderem das Projekt „Denkort Deportationen 1941-1944“ in Würzburg. Die unterfränkische Gedenkstätte hatten die Landtagspräsidentin Ilse Aigner und der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten Karl Freller am 25. Januar 2021 besucht, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern.

Über die Stiftung Bayerische Gedenkstätten
Seit ihrer Gründung am 1. Januar 2003 trägt die Stiftung Bayerische Gedenkstätten die Verantwortung für die KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg. Zuvor war der Freistaat selbst bzw. die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen für diese beiden bedeutenden Gedenkorte in Bayern zuständig. Ausgangspunkt für die Stiftungsgründung war die Grundannahme, dass die Erinnerung an das nationalsozialistische Unrecht nicht allein als staatlicher Auftrag zu verstehen ist. Sie ist vielmehr eine Aufgabe, die sich der Gesellschaft in ihrer Gesamtheit stellt. Die Gedenkstättenstiftung ist grundsätzlich als eine operative Stiftung öffentlichen Rechts konzipiert.

Kontakt:
Karl Freller
Direktor der Stiftung Bayer. Gedenkstätten und Vizepräsident des Bayer. Landtages
Praterinsel 2
80538 München
Telefon: 089/2158-675-82
Pressestelle: Natalie Krettek, Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail: TmF0YWxpZS5LcmV0dGVrQHN0YmcuYmF5ZXJuLmRl