Hans K. Leipelt
Geboren am 18. Juli 1921 in Wien (Österreich).
Leipelt legte 1938 sein Abitur ab und wurde kurz darauf zum Reichsarbeitsdienst und anschließend zum Militärdienst herangezogen. Seine ablehnende Haltung gegenüber dem nationalsozialistischen Regime hatte bereits früh eingesetzt und wurzelte in Erfahrungen seiner Schulzeit sowie in den politischen Ereignissen jener Jahre. Besonders die Annexion Österreichs unmittelbar nach seinem Abitur traf Teile seiner mütterlichen Familie direkt und verstärkte seine Gegnerschaft zum NS-Unrecht.
Im August 1940 wurde Leipelt aufgrund der nationalsozialistischen Einstufung als „Mischling ersten Grades“ aus der Wehrmacht entlassen. Er nahm daraufhin ein Chemiestudium an der Universität Hamburg auf. Während seiner Studienzeit informierte er sich über verbotene Rundfunksender und illegale Schriften und tauschte sich mit regimekritisch eingestellten Kommilitoninnen und Kommilitonen aus. Ende 1941 wechselte Leipelt an die Ludwig-Maximilians-Universität München, wo der Chemiker und Nobelpreisträger Prof. Heinrich Wieland mehrfach rassisch Verfolgte unterstützte.
In München knüpfte Leipelt erneut Kontakte zu Gegnern des NS-Regimes. Nach der Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl im Februar 1943 vervielfältigte Leipelt gemeinsam mit seiner Freundin Marie-Luise Jahn das sechste Flugblatt der Weißen Rose und verbreitete es in München und Hamburg. Zudem sammelte er Geld für die mittellos gewordene Familie des ermordeten Professors Kurt Huber. Am 8. Oktober 1944 wurde Leipelt in München von der Gestapo verhaftet. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn am 13. Oktober 1944 wegen „Hochverrat“ zum Tode. Am 29. Januar 1945 wurde er hingerichtet.
Seine sterblichen Überreste wurden im Februar 1955 von der Grabstätte 85–118 auf dem Friedhof am Perlacher Forst in das Grab 94 des Ehrenhains II umgebettet.
Marie-Luise Jahn wurde zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt und verstarb 2010.
Quelle
- Stuiber, Irene, Hingerichtet in München Stadelheim, München 2004, S. 63f.
- StBG, Bestand BSV, Nr. 82
- https://www.nsdoku.de/lexikon/artikel/leipelt-hans-495
- https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Leipelt
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