Wilhelm Lai

Geboren am 17. Januar 1909 in Würzburg.

Lai war von Beruf Eisendreher und leistete als Funktionär Widerstand für die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD). Bereits als Jugendlicher setzte sich Lai für verschiedene kommunistische Organisationen ein und begann unmittelbar nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten mit dem Aufbau der verbotenen KPD in Darmstadt. Nachdem er im Juni 1933 für einen Monat in ein Konzentrationslager verschleppt worden war, floh Lai in die Tschechoslowakei.

Vor Ort organisierte er den Schmuggel von illegalen Schriften ins Reich. Im Auftrag der KPD versuchte Lai ab Oktober 1934 von Leipzig aus erfolglos den kommunistischen Jugendverband in Sachsen zu reaktivieren. Anfang 1935 floh er erneut in die Tschechoslowakei und löste sich aufgrund von Vorwürfen gegen ihn von der Arbeit der KPD. Eingebunden durch den tschechoslowakischen Nachrichtendienst musste er in der Folge jedoch Arbeiten zur militärischen Auskundschaftung ausüben. Anfang 1936 gelang es ihm bei einem Aufenthalt in Bayern über die Schweiz nach Frankreich und weiter nach Spanien zu fliehen, wo er am Bürgerkrieg teilnahm.

Nach mehreren Stationen im Ausland geriet er in spanische Gefangenschaft und wurde am 16. Oktober 1942 an die deutschen Behörden ausgeliefert. Lai wurde am 1.Juli 1943 durch den Volksgerichtshof wegen „Hochverrat“ zum Tode verurteilt und am 21. September 1943 hingerichtet.

Seine sterblichen Überreste wurden 1954 von der Grabstätte 951 im Friedhof am Perlacher Forst in das Grab 36 des Ehrenhains II umgebettet.

 

Quelle

  • Stuiber, Irene, Hingerichtet in München Stadelheim, München 2004, S. 36f.
  • StBG, Bestand BSV, Nr. 82
  • 6J 12/43g – 1H 147/43 Widerstand als „Hochverrat“ 1933-1945, MF 180 u. 446

  

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