Gedenkort Mühldorfer Hart: Monitoring und statische Untersuchung des Bunkerbogens gestartet

Parallel zu den Planungen zur Neugestaltung des Gedenkortes finden derzeit Untersuchungen des Staatlichen Bauamts Rosenheim am verbliebenen Bunkerbogen statt.

Konkret geht es dabei um eine aktuelle Schadenserfassung sowie eine statisch-konstruktive Analyse des denkmalgeschützten Bogens. Die jeweiligen Ergebnisse dienen unter anderem als Grundlage, ob und wie das Bunkergelände im Zuge der Weiterentwicklung zum Gedenkort zugänglich gemacht werden kann. Mit den Untersuchungen wurde im April dieses Jahres begonnen. 2028 soll der neue Gedenkort Bunkerbogen eröffnet werden.

Hintergrund zum KZ-Außenlagerkomplex Mühldorfer Hart und Bunkerbogen

Der Bunkerbogen war der zentrale Ort der Zwangsarbeit für tausende KZ-Häftlinge. Unter Federführung der Stiftung Bayerische Gedenkstätten wird dieser Ort durch das Staatliche Bauamt Rosenheim und ein Büro für Landschaftsarchitektur und Stadtplanung* als dritter NS-Gedenkort im Mühldorfer Hart ausgestaltet. Ziel ist, den bisher nur eingeschränkt zugänglichen Ort zu einem Informationsangebot zum Thema KZ-Außenlagerkomplex Mühldorf weiterzuentwickeln.

Im Zentrum des neuen Gedenkortes stehen die Überreste der Bunkerbaustelle. Geplant war an dieser Stelle ein 400 Meter langer halbunterirdischer Bunker als Teil einer Militäranlage. Unter der Tarnung der Waldumgebung des Mühldorfer Harts sollten in dieser Anlage im Auftrag der deutschen Militärführung Kampflugzeuge produziert werden. Die Anlage wurde nie fertiggestellt und die bereits fertigen Teile wurden nach dem Krieg weitgehend gesprengt. Übrig blieb, neben Trümmern, Schächten und Eingängen, ein vollständiger Bogen der Anlage. Insgesamt zwölf solcher Bögen aus meterdickem Stahlbeton hätten es am Ende werden sollen.

Für den Bau der Anlage, im Zeitraum August 1944 bis Mai 1945, befanden sich über 8000 Häftlinge des KZ-Dachaus in Lagern im Mühldorfer Hart. Über 4000 Häftlinge überlebten die Arbeiten unter unmenschlichsten Bedingungen nicht.