Ideenwettbewerb zur Integration des Steinbruchareals in die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

München, 16.07.2026 – Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg führt gemeinsam mit dem Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach seit dem 1. Juli 2026 einen offenen, zweiphasigen Ideenwettbewerb durch: Ziel ist die Integration des ehemaligen KZ-Steinbruchareals am „Wurmstein" in Flossenbürg in die KZ-Gedenkstätte, da der Steinbruch von zentraler Bedeutung für das Verständnis des historischen Tatorts ist.

„Der Steinbruch ist der Grund, warum in Flossenbürg überhaupt ein Konzentrationslager errichtet wurde. Er ist fundamental wichtig für das Verständnis des Tatortes Flossenbürg. Über 80 Jahre nach der Befreiung des KZ Flossenbürg stehen wir nun vor der Herausforderung, das Steinbruchgelände in die KZ-Gedenkstätte zu integrieren. Beim Wettbewerb freuen wir uns auf innovative Ideen, die auf sensible und kreative Art und Weise Impulse für die Erschließung des Areals liefern.“, sagt Gedenkstättenleiter Prof. Dr. Jörg Skriebeleit.

Ideenwettbewerb

Zentrale Fragen beim Ideenwettbewerb sind die Wegeführung zum Steinbruch und im Steinbruchgelände selbst, der Umgang mit dem Abbaugebiet, mit den denkmalgeschützten baulichen Relikten, inklusive der historischen Häftlingstreppe und der Einklang der Ideen mit dem Naturschutz auf dem mittlerweile größtenteils bewaldeten Gelände.

Teilnahme

Am Wettbewerb können sich Teams aus den Fachrichtungen Architektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur in möglicher Zusammenarbeit mit weiteren Fachplanern und beispielsweise geschichts-, kulturwissenschaftlichen oder philosophischen Disziplinen beteiligen. Die erste Phase des Wettbewerbs ist offen. Für die zweite Phase wählt das Preisgericht maximal 15 Teams aus. Die Preisverleihung findet im Frühjahr 2027 statt. Alle Informationen zum Verfahren sind auf der Homepage der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg zu finden: https://www.gedenkstaette-flossenbuerg.de/de/aktuelles/wettbewerb-steinbruch

Hintergrund zum Steinbruchareal

Von 1938 bis 1945 war der Flossenbürger Steinbruch der größte Wirtschaftsbetrieb am Ort. Tausende KZ-Häftlinge wurden dort von der Deutschen Erd- und Steinwerke (DESt) unter menschenunwürdigen Bedingungen zur Zwangsarbeit gezwungen. Zwölfstündige Arbeitstage, unzureichende Ernährung, Kälte und die willkürliche Gewalt von SS-Männern und Kapos forderten zahlreiche Todesopfer. Mitte 1939 arbeiteten dort täglich rund 850 KZ-Häftlinge, bis 1942 stieg ihre Zahl auf fast 2.000.

Der Granitabbau am „Wurmstein" endete 2024. Das Gelände wird in den kommenden Jahren schrittweise in die Arbeit der KZ-Gedenkstätte eingebunden werden. Mit sechs Gebäuden und zahlreichen weiteren baulichen Überresten ist der Steinbruch heute der besterhaltene Ort der Zwangsarbeit eines Konzentrationslagers.

KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg erinnert an das Schicksal der rund 100.000 Menschen, die hier im 1938 errichteten Konzentrationslager inhaftiert waren. Mindestens 30.000 von ihnen überlebten die Haft nicht. Der Erinnerungs- und Lernort Flossenbürg wird seit über 20 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und ist heute ein internationaler Ort der Erinnerung und der historisch-politischen Bildung. Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg befindet sich in der Trägerschaft der Stiftung Bayerische Gedenkstätten.

https://www.gedenkstaette-flossenbuerg.de