Bundesverdienstkreuz für den Zeitzeugen Dr. Toman Brod

PRAG – Dem KZ-Überlebenden, Historiker und Schriftsteller, Dr. Toman Brod, wurde in diesem Herbst in der deutschen Botschaft in Prag das Bundesverdienstkreuz verliehen. Die Ordensübergabe wurde von dem Leiter des Kulturreferats der Botschaft, Herrn Markus Klinger, durchgeführt. Der 91-jährige Dr. Toman Brod erhielt die Auszeichnung für seinen Einsatz gegen das Vergessen und für die deutsch-tschechische Versöhnung. Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wird im Allgemeinen als Erstauszeichnung verliehen.

„Mit besonderer Freude haben wir erfahren, dass Dr. Toman Brod das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde“, so Stiftungsdirektor Karl Freller. Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten gratuliert dem Zeitzeugen, der an dem ersten trinationalen Gedenkakt des Bayerischen Landtags und der Stiftung Bayerische Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus am 24.1.2020 in Passau neben weiteren Zeitzeugen aus dem In- und Ausland als Ehrengast teilnahm. Dem Dreiländer-Holocaust-Gedenkakt wohnte ebenfalls Brods Cousine Bohumila Havránková bei, die aktiv an der im Rahmen der Veranstaltung abgehaltenen Gesprächsrunde mitgewirkt hatte.

Dr. Toman Brod wurde im Jahr 1929 in Prag geboren. Im Sommer 1942 wurde er mit seiner Familie nach Theresienstadt transportiert. Im Dezember des darauffolgenden Jahres erfolgte schließlich die Deportation Brod’s und dessen Angehöriger nach Auschwitz. Brod überlebte den Krieg, von dem er durch Krankheit und Verlust der Familie schwer gezeichnet war. Als der Krieg beendet war, nahm Brod ein Geschichtsstudium in der Stadt Prag auf. Anfang der 60er Jahre war er für die Akademie der Wissenschaften tätig. 1969 wurde ihm ein Stipendium für ein Jahr in der Bundesrepublik Deutschland gewährt.

Brod engagiert sich seit den 80er Jahren tatkräftig dafür, seine Kriegserlebnisse zu tradieren. So berichtet Dr. Toman Brod vor Schülerinnen und Schülern in vielen Zusammenhängen über seine Erfahrungen. Er prägt damit die Erinnerungskultur entscheidend mit. Der aktive Zeitzeuge hält es für seine Pflicht, auf die heutige Verantwortung für Menschenrechte und den Schutz Unschuldiger hinzuweisen.