Bayerischer Verdienstorden für Abba Naor

Stiftung Bayerische Gedenkstätten gratuliert dem Schoah-Überlebenden Abba Naor
Bayerischer Verdienstorden für Abba Naor

© Stiftung Bayerische Gedenkstätten

MÜNCHEN – Dem KZ-Überlebenden und Vorsitzenden der Organisation der ehemaligen Häftlinge der KZ-Außenlager Dachau in Israel, Abba Naor, wurde am 27.06.2018 vom Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder im Rahmen einer Feierstunde im Antiquarium der Residenz der Bayerische Verdienstorden verliehen. Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten gratuliert dem Zeitzeugen, der seit 2007 für die Stiftung in bayerischen Schulen über sein Schicksal während des Nationalsozialismus berichtet.

Abba Naor wurde am 21.03.1928 in Litauen geboren. Als 13-jähriger wurden er und seine Familie in das Ghetto Kaunas deportiert. Es folgte eine Odysee durch Konzentrationslager, bei der seine Mutter und seine Geschwister ermordet wurden. Er überlebte das Außenlager des KZ-Dachau in Landsberg/ Kaufering und fand nach dem Krieg in München seinen Vater wieder. Naor emigrierte nach Palästina, kämpfte in der Hagana und als israelischer Soldat im Unabhängigkeitskrieg 1948. Nach München kehrte er das erste Mal 1953 zurück und lebte von 1965 bis 1977 hier. Er lebt in Israel, verbringt jedoch mehrere Monate im Jahr in Bayern, um Schulen zu besuchen. Seit 2007 berichtet Naor für die Stiftung Bayerische Gedenkstätten vor Schülern über seine Lebensgeschichte. 2009 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Abba Naor hält es weiterhin für seine Pflicht in die Schulen zu gehen: „Das Interesse der Kinder treibt mich an und die tausenden von Menschen, die keine Stimme mehr haben. Über die Geschehnisse zu berichten, ist für mich eine Erinnerung an diejenigen, die verschwunden sind und über die keiner mehr spricht. So lange ich über sie spreche, bleiben sie lebendig.“

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