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Zum Jahrestag des Anschlags von Halle: Stiftung fordert klares gesellschaftliches Nein zu Antisemitismus

MÜNCHEN, 8. Oktober 2021 – Am 9. Oktober jährt sich der antisemitische Anschlag von Halle an der Saale zum zweiten Mal. Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, fordert in Erinnerung an diese Tat und angesichts jährlich steigender antisemitischer Straftaten in Deutschland eine klare Haltung in der Gesellschaft gegen Antisemitismus. Gleichzeitig betont er die Bedeutung von Erinnerungsarbeit in diesem Zusammenhang: „KZ-Gedenkstätten und Opfermahnmale zeigen, wohin Antisemitismus führen konnte, sie geben den Opfern einen sichtbaren Raum und lassen uns sie nicht vergessen. Das junge Mahnmal der Synagogentür in Halle ist eine Aufforderung an uns alle, wachsamer zu sein und für effektiven Schutz zur sorgen.“

Bei dem rechtsextremistischen Anschlag im Jahr 2019 hatte ein schwer bewaffneter Mann versucht, sich mit Schüssen und Sprengsätzen Zugang zur Synagoge zu verschaffen. Seine Absicht, dort an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, ein Blutbad anzurichten, schlug nur aufgrund der verschlossenen und stabilen Eingangstür fehl. Anschließend tötete er wahllos zwei Menschen auf offener Straße und verletzte weitere. Der Täter wurde im Dezember 2020 rechtskräftig verurteilt.

Die Tür, die den Attentäter aufgehalten hatte, wurde später in ein von Lidia Edel gestaltetes Mahnmal integriert, das im Synagogenvorhof in Halle an der Saale aufgestellt und am 9. Oktober 2020 enthüllt wurde. Die Tür mit den Einschusslöchern wird von einer Eiche gehalten, deren Äste eine Hand darstellen. Jeweils zwei silberne Blätter vor der Tür erinnern an die Toten und Verletzten des Anschlags außerhalb der Synagoge, 52 Blätter an den hinter der Tür wachsenden Zweigen stehen für die Überlebenden, die sich zum Zeitpunkt des Anschlags in Todesangst in der Synagoge befanden. An der Außenmauer erinnert zudem seither eine Gedenktafel an die beiden Todesopfer.