Zeitzeuge Vladimir Feierabend verstorben

Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten trauert um Vladimir Feierabend, der am 13. September im Alter von 96 Jahren in seiner Heimatstadt Prag verstorben ist. Feierabend war ein wichtiger Zeitzeuge, der den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der KZ-Gedenkstätte Dachau eng verbunden war.

Vladimir Feierabend wurde mit seiner Familie am 1. Juli 1942 von der Gestapo in Sippenhaft genommen und zunächst in das KZ Theresienstadt gebracht. Im September 1942 wurden Vladimir, sein Bruder Karel, sein Vater Karel und sein Großvater Karel nach Dachau deportiert. Vladimir Feierabend musste zunächst in den Arbeitskommandos Baulager II und Bekleidungslager des KZ Dachau arbeiten und kam danach als Schreiber in die Politische Abteilung, wo er bei der Aufnahme der Neuzugänge eingesetzt war. Er erkrankte im Januar 1943 an Bauchtyphus, verbrachte mehrere Monate im Krankenrevier und konnte geheilt werden. Alle vier Mitglieder der Feierabend-Familie hatten das große Glück, das KZ Dachau zu überleben. Sie kehrten nach mehreren Wochen nach Prag zurück, wo sie die weiblichen Familienmitglieder trafen, die Ravensbrück überlebt hatten. 

Vladimir Feierabend war seit 1990 Vorsitzender der tschechischen Lagergemeinschaft und Mitglied im Exekutivkomitee des Comité International de Dachau (CID). Als Zeitzeuge bemühte er sich unermüdlich darum, seine Erfahrungen mit der NS-Diktatur an die jüngeren Generationen weiterzugeben.