Erinnerung bewahren und sichtbar machen
Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten erhält und gestaltet die KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg als Erinnerungs- und Lernorte. Seit 2013 ist sie zudem für 75 KZ-Friedhöfe und Grabstätten in ganz Bayern verantwortlich. Zu ihren Aufgaben gehören deren Sicherung und Pflege ebenso wie die historische Vermittlung.
Ziel ist es, diese Orte als würdige Ruhestätten zu bewahren und ihre Geschichte für Besucherinnen und Besucher verständlich zu vermitteln. Informationstafeln und weitere Vermittlungsangebote machen die historischen Zusammenhänge sowie – soweit möglich – die Namen und Lebensgeschichten der Opfer sichtbar.
KZ-Friedhöfe erfüllen damit eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe: Sie halten die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen wach, unterstützen die historisch-politische Bildungsarbeit und mahnen, Menschenwürde, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu schützen. Sie tragen dazu bei, das Wissen um die Verbrechen des Nationalsozialismus an nächste Generationen weiterzugeben.
Grabstätten von Ferdinand van Wien und Hermann Fuld instandgesetzt
Auf dem Neuen Israelitischen Friedhof in München betreut die Stiftung Bayerische Gedenkstätten ebenfalls Grabstätten. Dazu gehören die Gräber von Ferdinand van Wien und Hermann Fuld, die in Zusammenarbeit mit dem Verein ErinnerungsWerkstatt München e. V. nun professionell gereinigt und instandgesetzt wurden, sodass ihre Inschriften wieder besser lesbar sind.
Ferdinand van Wien und Hermann Fuld wurden im November 1938 in das Konzentrationslager Dachau verschleppt und dort ermordet. Ihre letzte Ruhestätte fanden sie auf dem Neuen Israelitischen Friedhof in München. Die Instandsetzung ihrer Grabstätten trägt dazu bei, die Erinnerung an die beiden Verfolgten und ihre Lebensgeschichten wachzuhalten.
Über die ErinnerungsWerkstatt München e. V.
Die ErinnerungsWerkstatt München e. V. koordiniert die Pflege und Restauration von Gräbern von Menschen, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden und recherchiert ehrenamtlich deren Lebensgeschichten. Ausführliche Biografien u.a. von Ferdinand van Wien und Hermann Fuld sind auf der Website des gemeinnützigen Vereins zu finden. [externer Link zur Website des Vereins] ErinnerungsWerkstatt München
Hermann Fuld
Hermann Fuld wurde 1874 in Laubuseschbach geboren und lebte seit 1900 als Kaufmann in Weiden in der Oberpfalz. Während der Novemberpogrome wurde er am 10. November 1938 verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. Dort erschoss ihn ein SS-Obersturmführer am 15. November 1938.
Mehr Details zu Hermann Fuld sind zu lesen unter: [externer Link auf die Website der ErinnerungsWerkstatt München] Hermann Fuld — ErinnerungsWerkstatt München
Blogbeitrag des Vereins [externer Link]: Stiftung Bayerische Gedenkstätten kooperiert beim Gräberprojekt — ErinnerungsWerkstatt München
Ferdinand van Wien
Ferdinand van Wien wurde 1872 im niederländischen Winschoten geboren und führte in München gemeinsam mit seinem Bruder die erfolgreiche Tuchhandlung „Gebrüder van Wien“. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde ihm schrittweise seine wirtschaftliche Existenz entzogen. Am 10. November 1938 wurde er in das Konzentrationslager Dachau verschleppt, wo er vier Tage später infolge von Misshandlungen und verweigerter medizinischer Versorgung starb.
Mehr Details zu Hermann Fuld sind zu lesen unter: [externer Link auf die Website der ErinnerungsWerkstatt München] Ferdinand van Wien — ErinnerungsWerkstatt München





