Eigentumsübertragung schafft Grundlage für Erinnerungsort „Plantage“

Stiftung Bayerische Gedenkstätten und Stadt Dachau unterzeichnen notariellen Vertrag

Oberbürgermeister Florian Hartmann, Notar Dr. Felix Odersky und Stiftungsdirektor Karl Freller bei der Vertragsungterzeichnung

Foto: SBG / T. Hase

Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten und die Stadt Dachau haben am 6. Oktober 2026 den notariellen Vertrag über die Übertragung von Teilflächen des ehemaligen sogenannten „Kräutergartens“ unterzeichnet. Damit ist der Weg frei, das Areal künftig in die Arbeit der KZ-Gedenkstätte Dachau einzubeziehen und als Erinnerungsort „Plantage“ zu erschließen.

Auf dem Gelände der ehemaligen SS-Versuchsgüter mussten von 1939 bis 1945 Tausende KZ-Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten. Erhaltene Gewächshausrelikte und weitere Spuren zeugen bis heute von der Verbindung von NS-Herrschaft, Zwangsarbeit und wirtschaftlicher Ausbeutung.

„Mit dem Eigentumsübergang schaffen wir die Grundlage dafür, die Geschichte des ehemaligen sogenannten Kräutergartens künftig unmittelbar am historischen Ort zu vermitteln“, erklärte Stiftungsdirektor Karl Freller. Die Vorsitzende des Stiftungsrats, Staatsministerin Anna Stolz, bezeichnete die Übertragung als „Meilenstein für die Erinnerungskultur in unserem Land“. Auch Oberbürgermeister Florian Hartmann begrüßte den Eigentumsübergang als wichtigen Schritt für einen würdigen Lern- und Gedenkort.

In den kommenden Jahren soll das Gelände schrittweise für Besucherinnen und Besucher geöffnet werden. Vorgesehen sind unter anderem ein Rundweg und Informationsangebote zur Geschichte der „Plantage“. Die wissenschaftliche Grundlage hierfür bilden die von der KZ-Gedenkstätte Dachau beauftragten Studien von Dr. Anne Sudrow zur Geschichte der SS-Versuchsgüter.

Die Stiftung dankt dem Freistaat Bayern, der Stadt Dachau, dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sowie allen weiteren Beteiligten für die langjährige Unterstützung. Besonderer Dank gilt Dr. Charlotte Knobloch und Herzog Franz von Bayern, die sich maßgeblich für die Einbeziehung des Ortes in die Gedenkstättenarbeit eingesetzt haben.

Die notarielle Unterzeichnung

Oberbürgermeister Hartmann richtete Grußworte an die Gäste
Fotografie einer formellen Besprechung mit mehreren Personen an großem Holztisch. Eine ältere Frau redet gerade zu den Anwesenden Teilnehmern.
Dr. Charlotte Knobloch betonte die Bedeutung der notariellen Übertragung in ihrer Rede
Fotografie einer formellen Besprechung mit mehreren Personen an einem langen Holztisch in repräsentativem Saal.  Eine Frau redet gestikulierend
Staatsministerin und Stiftungsratsvorsitzende Stolz dankte allen Beteiligten
Fotografie einer formellen Besprechung: Ein älterer Mann steht mit Unterlagen am Tisch, während zwei Männer sitzen und eine Frau im Vordergrund zuhört. Im Hintergrund hängt ein gerahmtes Landschaftsgemälde; Flaschen, Gläser, Schreibutensilien und Dokumente auf dem Tisch unterstreichen den geschäftlichen Charakter.
Stiftungsdirektor Freller hob die Bedeutung des Tages hervor
Gedenkstättenleiterin Dr. Hammermann gab einen historischen Rückblick und Ausblick
Fotografie von drei formell gekleideten Männern bei einem gemeinsamen Termin an einem Holztisch. Vor ihnen liegen Dokumente und Stifte; links unterschreibt ein Mann, während im Hintergrund ein gerahmtes Landschaftsgemälde hängt.
Oberbürgermeister Hartmann bei der Unterzeichnung
Fotografie von drei formell gekleideten Männern bei einem gemeinsamen Termin an einem Holztisch. Vor ihnen liegen Dokumente und Stifte; rechts unterschreibt ein Mann, während im Hintergrund ein gerahmtes Landschaftsgemälde hängt.
Stiftungsdirektor Freller bei der Vertragsunterzeichnung
Fotografie von sechs formell gekleideten Personen bei einem offiziellen Termin im Rathaus Dachau. Im Hintergrund hängen ein blaues Banner mit Aufschrift „STADT DACHAU“ und Stadtwappen, ein Gemälde sowie ein Sitzungstisch mit Unterlagen.
(v.l.n.r.) Notar Dr. Odersky, Oberbürgermeister Hartmann, Stiftungsratsvorsitzende und Staatsministerin Stolz, Präsidentin Dr. Knobloch, Stiftungsdirektor Freller und Gedenkstättenleiterin Dr. Hammermann
Fotografie von zwei formell gekleideten Personen vor einer steinernen Außentreppe. Links steht eine lächelnde Frau im dunkelblauen Hosenanzug mit türkisblauer Bluse, rechts ein Mann mit Brille, Bart, schwarzem Anzug und grün-blau gestreifter Krawatte.
Projektteam Erinnerungsort "Plantage": Gedenkstättenleiterin Dr. Gabriele Hammermann und Wissenschaftlicher Referent Dr. Dirk Riedel
Fotografie zweier Personen vor einer Informationstafel im Außenbereich, die über einen Weg zum Erinnerungsort "Plantage" informiert. Tafel zeigt Fotos, Lagekarte, weiße Beschriftungen und gelben Informationstext; Umgebung mit Gehweg, Bäumen und Wohnhäusern.
Neue Informationstafeln geben Hinweise auf den geplanten Erinnerungsort "Plantage"

alle Bilder Copyright: Stiftung Bayerische Gedenkstätten / Tobias Hase