Bayerischer Denkmalpflegepreis in Gold für die KZ-Gedenkstätte Dachau

Die Bronzeplastik "Menschen im Stacheldraht" des Internationalen Mahnmals in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Foto: SBG

Wir gratulieren!

Die restaurierte Bronzeplastik „Menschen im Stacheldraht“ des Internationalen Mahnmals von Nandor Glid in der KZ-Gedenkstätte Dachau wurde gestern Abend mit dem Bayerischen Denkmalpflegepreis 2026 in Gold in der Kategorie „Öffentliche Bauwerke“ ausgezeichnet.

„Die Restaurierung des Internationalen Mahnmals bewahrte nicht nur ein bedeutendes Bauwerk. Sie erhält einen Ort, an dem die Erinnerung an die Opfer des Konzentrationslagers sichtbar, verbindlich und für kommende Generationen zugänglich bleibt.“ Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten

Die Restaurierung war technisch und denkmalpflegerisch anspruchsvoll: Rissbildungen wurden detailliert analysiert, die Konstruktion statisch gesichert und die historische Oberfläche sensibel wiederhergestellt. Technische Präzision und denkmalpflegerische Verantwortung gingen dabei Hand in Hand.

„Es ist eine beeindruckende Leistung, technische Präzision in der Denkmalpflege mit der tiefen Verantwortung für diesen Ort des mahnenden Gedenkens zu verbinden. Wir danken allen Projektbeteiligten für ihren vorbildlichen Einsatz und gratulieren zu diesem herausragenden Erfolg“ so Freller weiter.

Das Internationale Mahnmal

Das Internationale Mahnmal auf dem ehemaligen Appellplatz wurde auf Initiative des Comité International de Dachau (CID), der Vereinigung der ehemaligen Häftlinge und ihrer Nachkommen, zwischen 1959 und 1968 realisiert.
Ziel des CID war es, einen zentralen Ort zur Erinnerung an alle Opfer des Konzentrationslagers Dachau zu schaffen. Den künstlerischen Entwurf schuf der jugoslawische Bildhauer und Holocaust-Überlebende Nandor Glid (1924–1997).

Seine zentrale Bronzeskulptur „Menschen im Stacheldraht“ wurde am 8. September 1968 eingeweiht. Sie bringt das Leid, den Überlebenswillen und die Gemeinschaft der Häftlinge in eindringlicher Weise zum Ausdruck und entwickelte sich zu einem zentralen Gedenkort sowie zu einem international sichtbaren Symbol der Erinnerungskultur.

Die Bronzeskulptur wurde von 2019 bis 2022 umfassend saniert und restauriert. Die Arbeiten begannen im März 2019 und wurden im August 2022 abgeschlossen. Mit der Restaurierung wurde das Internationale Mahnmal als bedeutendes Zeugnis der Geschichte und als Ort des Gedenkens an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen für die Zukunft bewahrt.

Die Projektbeteiligten

Verantwortliches Ingenieurbüro:
Kayser + Böttges Ingenieure und Architekten GmbH

Gebietsreferent: Dr. Thomas Hermann

Weitere Projektbeteiligte:
Staatliches Bauamt Freising

Haber & Brandner GmbH, 93057 Regensburg

Materialprüfanstalt (MPA) der Universität Stuttgart, Stuttgart

Büro für Metallrestaurierung Prof. Bernhard Mai, Erfurt

Jurybegründung

Der Instandsetzung des Mahnmals gingen eine umfangreiche Analyse und Kategorisierung der Risse voran. Darauf aufbauend erfolgte eine ausführliche Modellbildung mit genauer Betrachtung der unterschiedlichen Lastwege.

Für die Instandsetzung wurden dann nicht nur umfangreiche Berechnungen angestellt, sondern es erfolgten auch genaue Betrachtungen zur Verträglichkeit der Materialien. Additive Elemente wurden dabei so eingeplant, dass sie später nicht mehr sichtbar sind.

Insgesamt handelt es sich hier um eine äußerst sensible Herangehensweise, durch die das wichtige Denkmal wieder gesichert werden konnte.

Bilder der Preisverleihung am 17.09.2026 Fotos: BayIKa / Tobias Hase

Bilder der Preisverleihung am 17.09.2026 Fotos: BayIKa / Tobias Hase