Stiftungsbericht 2020-2025
88 ALBUM 2021 | GEDENKAKT IN WÜRZBURG 2021 Gedenkakt in Würzburg J A N U A R Am 25. Januar gedenken die Stiftung Bayerische Gedenkstät- ten und der Bayerische Landtag gemeinsam der Opfer des Nationalsozialismus. Der Gedenkakt findet am „DenkOrt De- portationen“ vor demWürzburger Hauptbahnhof statt, einem 2020 eingeweihten dezentralen Mahnmal aus symbolischen Gepäckstücken. Koffer, Rucksäcke und Bündel aus unterschiedlichen Materia- lien wie z. B. Beton, Stein oder Metall erinnern an die ihrer Wohnung Beraubten – jeweils ein Gegenstück steht an den ursprünglichenWohnorten der Deportierten. Der Würzbur- ger Hauptbahnhof war neben dem Aumühl-Ladehof einst Zentrum der Deportationen aus Würzburg und Unterfranken. Von dort wurden 2.069 entrechtete jüdische Bürgerinnen und Bürger aus Würzburg und Unterfranken in osteuropäische Konzentrationslager transportiert, wo sie bis auf 63 Menschen ermordet wurden. Die herrenlosen Gepäckstücke symbolisie- ren den Verlust, das „Verschwinden“ von Jüdinnen und Juden aus der Kultusgemeinde. Coronabedingt findet der Gedenkakt im kleinen Rahmen ohne Publikum statt. Nach der Begrüßung durch Landtagspräsiden- tin Ilse Aigner halten Stiftungsdirektor Karl Freller und der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt Gedenk- ansprachen. Schülerinnen und Schüler der Gustav-Waller-Mit- telschule lesen Texte Deportierter. Der Präsident des Zentral- rats der Juden, Dr. Josef Schuster, spricht ergreifende Gedenk- worte und die ehemalige Landtagspräsidentin Barbara Stamm ein Friedensgebet. Die Veranstaltung endet mit einer Kranz- niederlegung.
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