Stiftungsbericht 2020-2025
Politik und Gesellschaft 190 REDEN | POLITIK UND GESELLSCHAFT ©Bildarchiv Bayerischer Landtag / R. Poss Sehr geehrte Damen und Herren! Seit nunmehr 24 Jahren ist der 27. Jänner der internationale Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Es jährt sich heuer auch an diesem Tag die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau zum 75. Mal. In der Zeit des Nationalsozialismus war dieses Konzentrations- lager das größte Tötungs- und Vernichtungslager, in dem alleine rund 1,1 Millionen Menschen ermordet wurden. Sehr geehrte Damen und Herren, dieser Gedenktag, der 27. Jänner, ist heute ein wichtiges Zei- chen des Erinnerns an diese schrecklichen Taten, die dunklen Jahre unserer Geschichte, und soll jedes Jahr erneut als Mah- nung gegen den aufkeimenden Hass und Rassismus gesehen werden. Die Vergangenheit in eine Beziehung zur Gegenwart und Zu- kunft zu setzen, um Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen, das ist der Sinn des Erinnerns. Sehr geehrte Damen und Herren, in Österreich begehen wir diesen Gedenktag jährlich am 5. Mai, anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthau- sen und seiner Außenstellen. Zwischen 1938 und 1945 wurden mehr als 90.000 Menschen aus mehr als 40 Nationen im Kon- zentrationslager Mauthausen und den Außenlagern ermordet. Heute ist das KZ Mauthausen eine Gedenkstätte, ein interna- tionaler Ort der Erinnerung, der Mahnung und der politischen Bildung. Eine lebendige Erinnerungskultur ist gerade in Zeiten wie die- sen wichtiger denn je. Die Jugendlichen und Schulen sollen diese Gedenkstätten besuchen, um von diesen Gräueltaten zu erfahren. Viktor Sigl Präsident des Landtages von Oberösterreich Gedenkakt für die Opfer des Nationalsozialismus in Passau am 24. Januar 2020 Frau Anna Hackl, eine Zeitzeugin aus Oberösterreich, wird heute noch über die Gräueltaten rund um das KZ Mauthausen berichten. Seit 1995 besucht Frau Hackl Schulen, um über das Geschehene von damals zu informieren. Dafür möchte ich ihr heute herzlich danken. Neben dem Erinnern verdeutlichen diese Gedenkstätten vor allem aber eines: dass DemokratieWachsamkeit gegenüber al- lem braucht, was einem neuen Extremismus denWeg bereiten könnte.Wir dürfen die Demokratie nicht als selbstverständ- liches Geschenk erachten, wir müssen sie uns erhalten und stetig neu erarbeiten. Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist die Aufgabe eines jeden von uns, dieWerte der Demo- kratie, die damit verbundenen Chancen und auch die Herausforderungen weiterzugeben – bei jeder Gelegenheit. Vermitteln wir Werte und Inhalte der Demokratie, zeigen wir mehr Interesse an Demokratie und politischen Zusammen- hängen, nutzen wir die Möglichkeiten der Mitbestimmung und Beteiligung – auch kritisch – und treten wir alle als Bot- schafter der Demokratie auf. Gedenkveranstaltungen wie die heutige sind wichtig, um einerseits die Erinnerungen an diese Gräueltaten wachzuhalten, aber auch um die Demokratie zu stärken. Wir sind uns alle einig, sehr geehrte Damen und Herren: So etwas darf nie mehr passieren! Auch heute werden weltweit immer noch Menschen verfolgt, unterdrückt, gedemütigt, ausgegrenzt, inhaftiert oder ermor- det.Weil sie fremd aussehen, eine andere Meinung haben, einer anderen Religion angehören oder weil sie eine Minder- heit sind. Heute sollte niemand mehr um sein Leben fürchten müssen, nur weil er anders ist oder anders denkt!
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