Stiftungsbericht 2020-2025

Politik und Gesellschaft 188   REDEN | POLITIK UND GESELLSCHAFT ©SBG Sehr geehrter Herr Dekan Karlhermann Schötz, sehr geehrter Herr Professor Skriebeleit, sehr geehrter Herr Direktor, lieber Karl Freller, sehr geehrte Damen und Herren, Ihnen allen ein herzliches Grüß Gott! Ich danke Ihnen, dass Sie gekommen sind. Ganz besonders begrüße ich auch die Zuschauer, die per Livestream zuge- schaltet sind und mit uns an diesem Gedenkakt teilnehmen. Wir gedenken heute der Opfer des NS-Terrors. Es ist unsere historische Pflicht, an das Schicksal dieser Menschen zu erinnern. Auch Corona darf uns nicht davon abhalten, dass wir hin- schauen, was den Opfern des NS-Regimes angetan wurde. Diese Menschen und ihre Angehörigen haben ein Recht darauf, dass wir uns an sie erinnern. Und deshalb ist es mir wichtig, dass wir heute dieses Zeichen setzen. Meine Damen und Herren, das Leid, das der Holocaust gebracht hat, ist größer als wir uns das vorstellen können. Es ist das dunkelste Kapitel unserer Geschichte. Ich bin sehr traurig, und ich empfinde tiefe Scham. Die Shoa hat mit der Zivilisation und mit sämtlichen menschli- chenWerten gebrochen.Wir stehen heute fassungslos vor die- sen Verbrechen.Wie kann ein Mensch dem anderen so etwas antun? Wie konnte es dazu kommen, dass Menschen wegen ihrer Religion, ihrer Herkunft oder ihrer Zugehörigkeit zu einer Minderheit das Recht auf Freiheit und Leben genommen wurde? Der Terror der Nazis war schrecklich und gnadenlos. Und dieser Ort hier steht für unermessliches Leid. Dieses Leid können wir nie wieder gut machen.Was wir aber tun können, ist der Opfer zu gedenken und die Erinnerung an sie wachzu- halten. Denn gedenken bedeutet erinnern.   Kerstin Schreyer, MdL Bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr 76. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg am 25. April 2021 Jedes Jahr gedenken wir aller Menschen, die im Konzentra- tionslager Flossenbürg entrechtet, ausgebeutet, gequält und getötet wurden. Es waren Männer, Frauen, Kinder. Wir denken auch an die Überlebenden und an die Angehörigen der Opfer, die durch den Terror und die unvorstellbaren Gräuel für ihr ganzes Leben gezeichnet waren und sind. Es ist mir ein großes Anliegen, dass wir Gedenkstätten und Lernorte nachhaltig begleiten und unterstützen. Erinnerungs- arbeit ist wichtiger denn je. DieWürde der Opfer verlangt, dass wir sie niemals vergessen.Weil wir alle Verantwortung dafür tragen, dass so etwas nie wieder passiert. Wir unterstützen da, wo es nur geht. Unsere Staatlichen Bau- ämter arbeiten mit den KZ-Gedenkstätten sehr eng zusam- men.Wenn es dabei um Grundstücke des Freistaats geht, sind wir maximal offen.   Meine Damen und Herren, die Gedenkstätte in Flossenbürg ist auch eine Aufforderung an uns alle, für Menschlichkeit und Zivilcourage einzutreten. Wir dürfen nicht schweigen und wegschauen, wenn jemand angegriffen oder gedemütigt wird.Wir müssen Antisemitis- mus und Rassismus immer entschieden entgegentreten. Wir erleben immer noch Rassismus und Antisemitismus, Hass und Gewalt in unserem Land. Die Anschläge in Halle und Ha- nau haben uns alle sehr erschüttert. Mich macht das fassungs- los und traurig.Wir müssen mit aller Härte und deutlich rea- gieren.Wir müssen das immer ernst nehmen! Und wir müssen immer genau hinschauen. Und wenn die Be- völkerung meint, sie kann protestwählen, muss man sich nur mal anschauen, wofür diese Herrschaften stehen. Da endet dann der Protest. Denn aus dem, was wir an der Stelle an Ge- dankengut haben, entstehen oft auch Taten. Hanau ist ein Beispiel dafür. Ich bitte deshalb darum, immer wieder gut hin- zuschauen, wer da alles wie zündelt.

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