Stiftungsbericht 2020-2025

POLITIK UND GESELLSCHAFT | REDEN   163 sind persönlich engagiert. Sie haben die richtige Mischung aus Einsatz, aus Kenntnis, aus Wissen, aber auch die Fähigkeit, Mit- arbeiterinnen und Mitarbeiter zu begeistern. Ich kann mir vor- stellen, dass das gar nicht so leicht ist.Wenn man den ganzen Tag, die ganzeWoche mit solchen Themen beschäftigt ist. Sie machen das hervorragend, deswegen große Anerkennung an Sie und Ihr gesamtes Team.Wir unterstützen Ihre Arbeit sehr, auch von Seiten des Bayerischen Kultusministeriums unter der Leitung von Staatsministerin Anna Stolz. Danke an dieser Stelle ferner an Karl Freller, der seit 2007 Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten ist. Dass unsere Gedenkstätten heute so gut ausgestattet sind, dass sie sich so entwickeln, liegt ganz stark an ihm. Er hat bei allen Finanzministern und in der Staatsregierung immer wieder dafür gesorgt, dass genügend Geld vorhanden war. Aber nicht nur Geld, sondern auch Respekt. Ihnen beiden ein herzliches Dankeschön für Ihren Einsatz. Und ein letzter Gedanke: Es gibt Menschen, die sagen „Kann es einen Gott überhaupt geben?“, „Wie war so etwas möglich?“, „Wie kann man das erklären?“, „Wie kann man bei so viel Fins- ternis überhaupt Hoffnung finden?“. Das sind Fragen, die sich aufdrängen. Mir hilft bei der Beantwortung trotz allem, dass gerade in den schlimmsten Zeiten, wenn Dunkelheit alles zu übermannen scheint, es doch immer wieder auch Licht gibt, zum Beispiel aus vielen Geschichten über Menschen, die überlebt haben, durch viele Menschen, die geholfen haben, auch in so einer Zeit, die selbst barmherzig waren, obwohl von oben etwas ganz Anderes verordnet war. Das macht mir immer wieder Hoffnung, ist für mich ein Zeichen, dass Menschlichkeit sich nicht einfach töten lässt. Diese Hoffnung bleibt. Demo- kratie und Menschlichkeit sind keine auslaufenden Güter. Sie bleiben universell und sind ewig das, was uns Menschen aus- macht und wofür wir gemeinsam kämpfen sollten. Und darum ist dieser heutige Tag eben nicht nur Erinnerung, sondern ein starker Auftrag. Meine Bitte und mein Appell: Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten. Mir ist es eine Ehre! Und so möchte ich als Schluss „Danke“ sagen für Vergebung. Nicht für Vergessen, sondern für Vergebung. Danke dafür, dass Freund- schaften und Partnerschaften neu geknüpft wurden, nach al- lem, was passiert war. Ich sage Ihnen ehrlich, ich weiß nicht, ob ich das gekonnt hätte, wenn meine Familie betroffen gewesen wäre, wenn ich es selbst erlebt hätte. Sie alle haben ein großes Herz gezeigt und zeigen es auch heute an diesem Tag, weil so viele von Ihnen da sind. Herzliches „Vergelt`s Gott“ dafür.

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