Stiftungsbericht 2020-2025

NACHKOMMEN | REDEN   153 ©SBG Nachkommen Sehr geehrte Damen und Herren, zunächst möchte ich mich beim polnischen Generalkonsul Jan Ma ł kiewicz für die Möglichkeit bedanken, im Rahmen dieser wichtigen Zeremonie zur Enthüllung einer neuen Gedenkstätte für die Opfer des Konzentrationslagers (KZ) Dachau in München einigeWorte sprechen zu dürfen. Mein Dank gilt ebenso allen, die mir dabei geholfen haben, die Erinnerung an meinen aus Polen stammenden Verwandten, Pfarrer Stanis ł awW ę grzynowski, aufzuspüren. Für mich hat diese Zeremonie eine besondere emotionale Bedeutung, da auf diesem Friedhof, am Ehrenhain I, die Asche meines Vorfahren, des Bruders meiner Großmutter, Pfarrer Stanis ł awW ę grzynowski, beigesetzt ist. Pfarrer Stanis ł awW ę grzynowski kam am 21. März 1941 im KZ Dachau ums Leben. Er zählt zu den Märtyrern des 20. Jahr- hunderts. Er war ein Priester, der im KZ Dachau besonders grausam gefoltert wurde. Über sein Leiden und die Torturen, die zu seinem Tod führten, ist das Zeugnis eines Zeitzeugen erhalten geblieben. Ich will ergänzen, dass unsere Familie viele Erinnerungsstücke an den verstorbenen Pfarrer W ę grzynowski bewahrt hat – zum Beispiel einen Rosenkranz, ein Testament und anderes. Ich möchte auch erwähnen, dass meine Großmutter,Weronika W ę grzynowska, schon vor vielen Jahren denWunsch äußerte, das Andenken an ihren Bruder Stanis ł aw noch zu ihren Leb- zeiten zu würdigen.Wir als seine Familie wussten fast 80 Jahre lang nicht, wo sich seine Asche befindet. Erst im letzten Jahr haben wir ganz zufällig erfahren, dass sich die Urne mit seiner Asche genau hier in München auf dem Friedhof am Perlacher Forst befindet. Deshalb bin ich heute hier, um seinem Anden- ken die Ehre zu erweisen. Dr. Maria Kuzin Eröffnung des Ehrenhain I am Friedhof am Perlacher Forst am 1. September 2021 Auf diesem Friedhof ruht auch die Asche eines weiteren Lands- mannes von mir: Tadeusz Winiarski, ein junger Soldat, der 1941 ebenfalls im KZ Dachau ums Leben kam. Heute möchte ich meinem Vorfahren und Landsmann die Ehre erweisen. Ebenso gedenke ich aller Opfer des Konzentrations- lagers Dachau sowie aller weiteren Opfer des ZweitenWelt- kriegs. Ehre sei ihrem Andenken! Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung, dem Polnischen Generalkonsulat in München und der Stiftung Bayerische Gedenkstätten.

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