Stiftungsbericht 2020-2025

10   GEDENKSTÄTTENARBEIT IN BAYERN Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Orte nicht nur zu bewahren, sondern auch ihre Geschichte sichtbar zu machen. In enger Zusammenarbeit mit den Kommunen und lokalen Initiativen konnten in den vergan- genen Jahren an vielen KZ-Friedhöfen neue Informationstafeln aufgestellt werden. Sie erläutern den historischen Hintergrund der jeweiligen Orte, berichten von den Schicksalen der dort bestatteten KZ-Häftlinge und machen deutlich, wie eng die Region in das System der NS-Zwangsarbeit eingebunden war. An den KZ-Friedhöfen und ehemaligen Außenlagerstandorten in Seestall, Hurlach, Türkheim, Utting und Kaufering entstan- den neue Infostelen, die die Geschichte der Orte erklären und das regionale Kapitel der NS-Vergangenheit sichtbar machen. Gemeinsammit der Stadt Landsberg am Lech, der Marktge- meinde Kaufering und dem Landkreis Landsberg entstand zudem ein digitales Angebot, das den gesamten Lagerkomplex erschließt und eine zeitgemäße Form der Erinnerungskultur ermöglicht. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung und von Besucher- gruppen zeigen, dass diese Angebote eine wichtige Lücke schließen. Sie laden dazu ein innezuhalten, Fragen zu stellen und den Opfern Respekt zu erweisen. Damit sind Beispiele Heute ist der Weg frei für die künftige Gestaltung des Bunker- areals als Gedenk- und Lernort. Geplant ist, neben neuen Infor- mationsangeboten das Bauwerk auch räumlich erstmalig zu erschließen und so die Dimension des Bauvorhabens wie auch die Geschichte der Zwangsarbeiter erfahrbar zu machen. Wie hier wurden auch an den übrigen historischen Orten des ehemaligen KZ-Außenlagerkomplexes Mühldorf in den vergan- genen Jahren wichtige Schritte unternommen, um die Erinne- rung zu stärken. Neue Gedenkorte wie in Mittergars oder in Poing erweitern das Netz der sichtbaren Erinnerungszeichen. Digitale Angebote und Bildungsprojekte – etwa die Veranstal- tungsreihe „Faces for the Names“ von Terry Swartzberg – er- öffnen zudem neue Zugänge und binden insbesondere junge Menschen in die Auseinandersetzung mit der Geschichte ein. Seit 2013 betreut die Stiftung zudem die KZ-Friedhöfe in Bayern. Diese Orte sind nicht nur letzte Ruhestätten, sondern auch Mahnmale gegen das Vergessen. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche KZ-Friedhöfe saniert, neue Beschilderungen angebracht und digitale Angebote entwickelt. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Landkreis Landsberg am Lech, wo – wie in Mühldorf am Inn – ein ganzer Komplex von KZ-Außenla- gern bestand. ©Heiner Heine, Burgkirchen Mühldorfer Hart

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