Widerstand im Nationalsozialismus: Ermordung von Bonhoeffer und Elser vor 75 Jahren

Am 9. April 1945 wurden in den Konzentrationslagern Flossenbürg und Dachau neben mehreren Widerstandskämpfern zwei Menschen hingerichtet, die auf unterschiedliche Weise für den deutschen Widerstand in der Zeit des Nationalsozialismus standen: Dietrich Bonhoeffer und Georg Elser.

Der in Breslau geborene Dietrich Bonhoeffer studierte nach dem Abitur Evangelische Theologie. Nach einer Auslandspfarrstelle in London kehrte er 1935 nach Deutschland zurück und bildete für die Bekennende Kirche angehende Pastoren aus. Bonhoeffer, der schon früh Kritik am nationalsozialistischen Führerprinzip geäußert hat, wurde zu einem der bekanntesten Gesichter dieser kirchlichen Oppositionsbewegung.

1937 ist das Predigerseminar, das Dietrich Bonhoeffer leitete, zwangsweise geschlossen worden. Im Untergrund setzte der Theologe jedoch bis 1940 die Tätigkeit fort. Über seinen Schwager Hans von Dohnanyi hielt er Kontakt zum militärischen Widerstand. Bonhoeffer ließ sich beim Nachrichtendienst der Wehrmacht einstellen, offiziell, um seine Auslandskontakte zur Spionageabwehr einzusetzen. In Wirklichkeit reiste er in die Schweiz, nach Norwegen, Schweden und Italien, um bei den Alliierten für politische Unterstützung des Widerstands gegen Hitler zu werben. Im April 1943 wurde Bonhoeffer von der Gestapo verhaftet und kam zunächst in ein Gefängnis in Berlin. In dieser Zeit entstanden seine bedeutendsten theologischen Werke.

Anfang Februar 1945 wurde er in das KZ Buchenwald verlegt. Am 5. April 1945 ordnete Adolf Hitler die Hinrichtung aller noch nicht exekutierten „Verschwörer“ des 20. Juli 1944 an. Bonhoeffer wurde Anfang April von Buchenwald nach Flossenbürg gebracht und von einem Standgericht zum Tode verurteilt. Die SS erhängte Dietrich Bonhoeffer am Morgen des 9. April im Hof des Arrestbaus.

Am gleichen Tag wurde im Konzentrationslager Dachau am Hinrichtungsplatz beim Krematorium mit Georg Elser ein Mann erschossen, der ebenfalls erbitterten Widerstand gegen die Nationalsozialisten leistete. Im Herbst 1939 entschloss sich der aus Württemberg stammende Schreiner, der Mitglied beim Roten Frontkämpferbund war, zu einem Bombenanschlag im Münchner Bürgerbräukeller, bei dem er die NS-Führung um Adolf Hitler ausschalten wollte. Hitler entging dem Attentat, bei dem acht Menschen ums Leben kamen, weil er seine Rede früher als vermutet beendet hatte.

Elser wurde noch am Abend des Anschlags, am 8. November 1939, in Konstanz von zwei Grenzbeamten festgenommen, als er versuchte, über die Grenze in die Schweiz zu gelangen. Anfang des Jahres 1941 wurde er vom Geheimen Staatspolizeiamt in der Prinz-Albrecht-Straße in Berlin als „Sonderhäftling“ in das KZ Sachsenhausen und vier Jahre später in das KZ Dachau verlegt, wo er unter „Kommandanturarrest“ gestellt wurde. Am Abend des 9. April 1945 wurde Elser nach über fünf Jahren Haft heimlich und ohne Gerichtsurteil ermordet. Der SS-Oberscharführer Theodor Bongartz vollstreckte den Tötungsbefehl.