Trauer um Zeitzeuge Solly Ganor

Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten trauert um den Holocaust-Überlebenden und Zeitzeugen Solly Ganor, der im Alter von 93 Jahren in der Nähe von Tel Aviv / Israel verstorben ist.
„Mit Solly Ganor verliert die Stiftung Bayerische Gedenkstätten einen Mann, mit dem sie eine tiefe Freundschaft über viele Jahre verbunden hat“, so Stiftungsdirektor Karl Freller.

Solly Ganor wurde 1928 in Heydekrug geboren und wuchs im litauischen Kovno auf. Sein Martyrium begann 1941 mit dem Einfall der deutschen Truppen in Litauen. Als Jude musste er gemeinsam mit seiner Familie in das Ghetto in Kaunas, wo er viele seiner Angehörigen verloren hat und selbst nur knapp dem Tod entging. Von Kaunas wurde Ganor anschließend in das KZ Stutthof bei Danzig und von dort aus in das Außenlager Landsberg-Kaufering des KZ Dachau deportiert, wo er unter menschenunwürdigen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten musste. Im April 1945 wurde Solly Ganor auf einen der sogenannten Todesmärsche geschickt, wo er am 2. Mai von amerikanischen Soldaten befreit wird. Viele Jahre trat Solly Ganor als Zeitzeuge an Schulen auf und suchte stets den Dialog mit den Jugendlichen (siehe auch Downloads/Pressemitteilungen).