x
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Trauer um den in Litauen geborenen KZ-Überlebenden Uri Chanoch (1928-2015)

Am 01. September 2015 verstarb der KZ-Überlebende und Vorsitzende der Vereinigung der Überlebenden der KZ-Außenlager Dachau, Uri Chanoch, im Alter von 87 Jahren in Israel. Als Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung Bayerische Gedenkstätten und als Zeitzeuge prägte Chanoch die Erinnerungskultur entscheidend mit. Seit den 1990er Jahren reiste er unzählige Male nach Deutschland, um in Schulklassen von seinen Erlebnissen zu berichten, vor Rechtsradikalismus zu warnen und für die Demokratie zu werben.

Uri Chanoch wurde 1928 in Kovno (Litauen) geboren. Im August 1941 zwangen die Nazis seine Familie, in das dortige Ghetto zu ziehen. Nach der Liquidation des Ghettos im Juli 1944 wurde die Familie nach Deutschland deportiert und im KZ Stutthof getrennt. Uri Chanoch, sein Bruder und sein Vater kamen nach Landsberg/Kaufering, seine Mutter und seine Schwester verblieben in KZ Stutthof - er sah die beiden nie wieder. Später wurden sein Bruder Dani und sein Vater nach Auschwitz transportiert, wo sein Vater mit 55 Jahren vergast wurde.

Uri Chanoch selbst verblieb in Kaufering, bis man ihn im April 1945 mit dem "Evakuierungszug" nach Dachau schickte. Der Zug wurde bombardiert und Uri konnte fliehen und sich verstecken. Kurz darauf wurde er von den Amerikanern befreit. Im Jahre 1946 kamen Uri und sein Bruder Dani, der Auschwitz überlebt hatte, illegal auf dem Schiff "Wedgwood" nach Israel. Dort wurde er Offizier der Israel Defense Forces.

2013 fand die gemeinsame Gedenkfeier des Bayerischen Landtags und der Stiftung Bayerische Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Außenlager Landsberg im Bunker der Landsberger Welfenkaserne statt. Dort war Uri Chanoch über ein dreiviertel Jahr inhaftiert und musste schwerste körperliche Arbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen verrichten. Bei der Gedenkfeier übergab er seine Sträflingsjacke als Dauerleihgabe für die Ausstellung der Militärgeschichtlichen Sammlung des 'Erinnerungsortes Weingut II'.